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Vorstellung von Frau Pfarrerin Senta Zürn

Unsere neue Pfarrerin des Bezirks Kallenberg-Münchingen Nord stellt sich Ihnen vor.

Liebe Gemeinde,

Die neue Pfarrerin nimmt ihren Dienst auf. Eine Journalistin bittet um einen Termin vor der Investitur. In der Zeitung soll die Neue mit einem kurzen Artikel vorgestellt werden.

Die Bilder zeigen den neuen Pfarrer oder die neue Pfarrerin oft vor „ihrer“ Kirche.


Im September 2004 habe ich meinen Dienst in der Gemeinde „Le Châtelot“ angetreten, eine große ländlich geprägte Gemeinde zwischen Montbéliard und Besançon. Für ein Foto vor einer Kirche hätte ich eine große Auswahl gehabt: sechs Kirchen und zwei Gemeindesäle für die Wintermonate. Vor welcher Kirche oder vor welchem Gemeindehaus hätte ich mich ablichten lassen sollen? Mit einer Entscheidung etwa für die Kirche in Colombier-Fontaine hätte ich der Formel Vorschub geleistet, ich sei die „Pfarrerin von Colombier-Fontaine“.


In dem Ort stand nämlich das Pfarrhaus, in dem mein lieber Mann Guntram und ich gelebt haben. Etliche Gemeindeglieder nannten mich deshalb „Pfarrerin von Colombier-Fontaine“. Als Pfarrerin – allein - dieses Ortes habe ich mich aber nie verstanden oder bezeichnet. Ich habe als Pfarrerin der Gemeinde Le Châtelot Dienst getan und die in zahlreichen Orten verstreut lebenden etwa 2000 Gemeindeglieder betreut. Eine Herausforderung war dabei, den so genannten „esprit clocher“ zu überwinden: Bis zumKirchturm im Wohnort wurde gedacht und gelebt. Bis zum Pfarrhaus vor Ort wurde gedacht und gelebt. Dass die Gemeinde weit größer war, wurde nicht immer wahrgenommen. Das zeigte sich in mancher Äußerung.


Ich habe mich damals für ein Bild in meinem Dienstzimmer entschieden.

Das werde ich wahrscheinlich auch beim Dienstbeginn in Kallenberg-Münchingen Nord so halten. Nun sind Kallenberg und Münchingen zwei selbstständige Gemeinden und keineswegs eine. Die Themen stellen sich in diesen Gemeinden anders dar als im so genannten „Châtelot“. Dass ich als eine Person diese Pfarrstelle in zwei verschiedenen Gemeinden versehe, fühlt sich teilweise doch ähnlich an. Um nur einen Punkt zu nennen: In einer der beiden Gemeinden steht das Pfarrhaus. In der anderen wird die Investitur stattfinden.


Ich kann bei Festen und im Alltag nicht überall gleichzeitig sein. Das ist so und bleibt eine Herausforderung. Dass mein Dienst gelingt und ich meine Aufgaben in beiden Gemeinden gut erfülle, liegt nicht an mir allein. Auf uns alle kommt es an. Auf gegenseitige Wahrnehmung und Verständnis, auf das Gespräch und den Austausch.


Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben. Die Erfahrungen in meinem bisherigen Dienst – gerade in Frankreich – werden mir dabei hilfreich sein. Besonders freue ich mich darauf, Sie kennen zu lernen!


Mit diesem Beitrag in unserem Gemeindebrief möchte ich mich Ihnen vorstellen. Dazu zeichne ich Ihnen eine Skizze meines Lebenslaufes. Sie können sie im Gespräch mit mir und im gemeinsamen Leben selbst vervollständigen: Mein Name ist Senta Zürn. In Kronstadt/Braşov (Rumänien) wurde ich geboren. Im benachbarten Petersberg habe ich meine Kindheit verbracht. Als Angehörige der deutschen Minderheit habe ich in zwei Sprachen lesen und schreiben gelernt. Den Umgang mit Sprache und Fremdsprachen liebe ich. Daher habe ich sieben Sprachen gelernt. Im Alter von elf Jahren kam ich mit meinen Eltern und Geschwistern ins Lenninger Tal. In Oberlenningen wurde ich konfirmiert und habe danach in der Gemeinde mitgearbeitet. Der Wunsch Theologie zu studieren und Pfarrerin zu werden ist dabei gereift. Studiert habe ich in Tübingen und in Straßburg. Ein mir wichtiges Thema unter mehreren ist die eigene Tradition gut kennen zu lernen, zu reflektieren undandere christliche Kirchen mit ihren Traditionen zu verstehen. Ökumene ist also seit vielen Jahren einer meiner Schwerpunkte. Deshalb bin ich nach dem Vikariat in Stuttgart Weilimdorf in unsere lutherische Partnerkirche in Montbéliard gegangen. Die Zeit als Gemeindepfarrerin dort war für mich sehr wichtig. Sie hat meinen Mann Guntram und mich in mehr als einer Hinsicht geprägt und bereichert.


Die vergangenen zwei Jahre haben wir in der Kirchengemeinde Zuffenhausen gelebt. In meinem Dienst dort habe ich wichtige Erfahrungen gemacht, die mir für die anstehenden Aufgaben eine gute Vorbereitung sein werden. Neben dem Dienst in der Gemeinde engagiere ich mich ehrenamtlich etwa für das Gustav-Adolf-Werk (GAW) mit Predigten und der Kontaktpflege zu evangelischen Kirchen, die in der Regel Minderheitenkirchen sind. Unsere Unterstützung in Gebet und mancher Handreichung ist sehr wichtig. Das habe ich als Pfarrerin in einer solchen Kirche erfahren. Deshalb bringe ich meine Erfahrungen und Kompetenzen im GAW gerne ein.


Nun bin ich gespannt auf Sie! Ich freue mich auf ein gutes und segensreiches Miteinander.

Ihre

Senta Zürn


   


Evangelische Kirchengemeinde Münchingen
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