Freitag, 18.09.2020

Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der

Herr straft dies alles. - 1. Thessalonicher 4,6

 

Liebe Leserinnen und Leser,

ja genau, lieber Paulus, so denke ich und so sehen wir es: Jeder soll ehrlich, fair, beständig, reell und aufrecht sein, dann können wir einander vertrauen und ein gutes christliches Leben führen. Beschei... – Entschuldigung, natürlich betrügen - das tun die anderen, aber nicht wir, oder? Das müsste doch für Christen klar sein.

 

Aber warum schreibt dann Paulus diese Worte an die Gemeinde in Thessalonich? Weil sie ihm am Herzen liegt und er sie ermutigen will. Denn nach nur drei Wochen in Thessalonich musste er die bedeutende Handels- und Hafenstadt wegen Anfeindungen schon wieder verlassen. Er sorgte sich um die jungen Christen in einer heidnischen Umwelt. Nicht alle der Bekehrten hatten die Auswirkungen, die das Evangelium auf die Lebensführung hat, ganz erfasst. Einige lebten weiter ihre freizügige Sexualität, arbeiteten teilweise nicht mehr (…wozu auch, wenn doch der Herr bald wiederkommt…) und suchten ihren Vorteil.

 

Das kann und darf nicht sein. Deshalb gibt Paulus, dessen Leben sich durch Gottes Nähe (vom Saulus zum Paulus) von Grund auf verwandelt hatte, Anweisungen für ein christliches Leben. Ein Leben in der Heiligung, das sollen die Thessalonicher führen. Aber was ist Heiligung? Die Entscheidung für Gott verändert das Leben, aus der eine Beziehung zu Gott entstanden ist. Wie sieht die Beziehung aus? Ihr wisst es: An der Seite Gottes Jesus nachfolgen. Und das heißt nicht, dass wir besser sind als andere. Wir haben keinen Heiligenschein, aber wir sind Menschen in einer Gottesbeziehung.

 

Paulus erinnert die Gläubigen, ein geheiligtes Leben zu führen und die Beziehung im Lebensalltag umzusetzen. Wie diese Beziehung aussehen soll, macht er an zwei Bereichen deutlich: zum einen am Intimen (Sexualität) und zum anderen am öffentlichen Geschäftsgebaren von Christen. Beide Male ist ein respektvoller Umgang Grundlage für ein Gelingen und eine Beziehung. Heiligung, das ist ein aktiver lebenslanger Prozess mit Höhen und Tiefen, mit Umwegen und Kehrtwendungen. Aber es ist ein Weg, auf dem Gott uns haben will. In meiner Hauskreisbibel heißt die Überschrift des 4. Kapitels des 1. Thessalonicherbriefs: Leben, wie Gott es will.     

 

Was gäbe es hierzu nicht noch alles zu sagen und schreiben!? Aber denkt selber weiter und sucht in der Beziehung zu Gott die Beziehung zu euren Mitgläubigen und macht euch auf den Weg, auf dem uns Gott haben will. Seine gute Botschaft zieht sich durch die Bibel, wie wir der Losung entnehmen können: Ich bin der Herr, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst. - Jesaja 61,8

 

Einen gesegneten Tag wünscht
euer Walter Großmann

Donnerstag, 18.09.2020

Ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! - Jesaja 41,13

 

Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn. - Matthäus 14,30-31

 

Wart ihr schon mal am Meer? Man kann im warmen Wasser schwimmen (oder wenigstens versuchen, oben zu bleiben). Man kann das Wasser und die schönen Wellen, die den Sand vorsichtig wegspült, betrachten. Einfach wunderschön! Bis ein Wind aufkommt! Dann umspülen die Wellen nicht mehr den Sand, sondern spülen ihn einfach weg. Und das Schwimmen ist noch schwerer. Ja, kann sogar richtig gefährlich werden.

Ein bisschen so wie in unserem Leben. Es ist alles schön und gut, solange es alles geregelt und ruhig zugeht. Aber es kann auch plötzlich ein Sturm kommen. Ein Streit, ein falsch aufgenommenes Wort, Stress, Sorgen, Ängste.... Und dann? Petrus macht es uns vor! Er nimmt Jesu Hand.

Wenn ich als Kind Angst hatte (zum Beispiel bei Referaten), stellte ich mir vor, dass ich an Jesu Hand wäre. Ich stand also vor meiner Klasse mit einer so geformten Hand, als stünde ich mit Jesus an der Hand da. Heute vergesse ich das leider oft. Aber wie einfach ist es eigentlich, sich in solchen Situationen zu Jesus umzudrehen. Er streckt nicht nur nach Petrus‘ Hand und ergreift sie, nein er streckt sich auch nach unseren Händen aus. Und er geht mit uns durch den Sturm. Egal, wie unser Sturm gerade aussieht. Übrigens: Jesus ist auch da, wenn gerade ‚schönes Wetter‘ ist und freut sich mit uns daran.

Heute können wir unsere Stürme anschauen bewusst. Stürme bei der Arbeit, in der Familie, in der Gemeinde, …

Gebt sie Jesus. Legt sie vor ihn hin und geht mit ihm.

 

https://www.youtube.com/watch?v=gLZTVDF3wxQ

 

Liebe Grüße

Eure Rebekka Holland

Mittwoch, 16.09.2020

Ehre den Herrn mit deinem Gut. - Sprüche 3,9

Leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Höchsten sein. – Lukas 6,35

 

Jesus sagt einmal zu seinen Jüngern, dass sie sich keine Sorgen um den nächsten Tag machen sollen, denn sie sind wertvoller und schöner als Lilien oder Spatzen. Der Vater im Himmel weiß, was wir brauchen und wir sollen uns damit zufrieden geben, wenn wir zu essen, trinken, Kleidung (und Obdach haben) (Mt.6,25ff, 1.Tim.6,8).

Ja, was ist dann das Problem? Dann kann ich alles andere doch leichten Herzens verleihen oder sogar verschenken/teilen, besonders, wenn mich jemand darum bittet…

 

Noch ein anderer Aspekt fiel mir ein: Im Alten Testament ruft Gott sein Volk auf, Ihm den 10. Teil von allem Materiellen zu geben (Maleachi 3,10; 5.Mose 14,22ff).

 Das Neue Testament geht weiter: Hier ist unser ganzes Dasein gefragt. Jesus möchte uns ganz und gar. Unser Leib soll mit all seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten als Tempel des Heiligen Geistes dem lebendigen Gott zur Verfügung stehen (1.Korinther 6,17 ff, vgl. auch Mt.10,38-42 u. 19,21+27 ff).

Paulus spricht sogar davon, dass er mit seinem Leib das am Leib Christi erstattet, was noch fehlt (Kolosser 1,24; 2.Tim.2,10). Er empfiehlt den Korinthern auch, dass sie sich doch lieber übervorteilen lassen sollen, als einen Mitbruder vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen (1.Korinther 6,7)

 

Da kann ich ganz schön ins Schwitzen kommen. So selbstlos bin ich oft nicht und klammere mich gerne an meine materiellen Sicherheiten und an meinen sonstigen Komfort.

Wie könnte ich aus diesem Engpass herauskommen?

Wie soll ich es machen, Gott für meine ausreichende Versorgung zu vertrauen und bereitwillig loszulassen bzw. mich zur Verfügung zu stellen?

Ja und was ist mit dem Gebot, dass ich meinen Nächsten wie mich selbst lieben soll. Da muss ich doch auch für mich genügend Vorsorge treffen.

 

Ich glaube mit Druck und Zwang ist hier gar nichts zu machen. Das haben wir ja an Israel lernen können, dass Einhalten von Geboten nicht zur Loslösung vom Irdischen wesentlich beitragen und ein freigebiges Herz vermitteln. Wie oft hat bei ihnen die Gier und Raffsucht (Jos.7,2; Sach. 9,3) und das Klammern an Gold und Silber (z.B. goldenes Kalb als Gott, 2. Mo 32) gesiegt.

 

Ich habe gute Erfahrungen mit der Freude gemacht.

Wenn ich Freude habe jemandem etwas zu schenken, dann bin ich selbst beschenkt, nicht nur der andere.

Ganz bewusst möchte ich auch Anteil nehmen bei den vielen Christen, die weltweit verfolgt werden und die große Not leiden. Wenn ich die Missionsblätter dazu lese, dann wird mein Herz oft weit und ich merke wie gut es mir geht. Dann kann ich leichter geben.

Natürlich hilft auch das Gebet und dass der Herr mir aufs Herz legt, was ich geben bzw. tun könnte.

Dann kann ich es ja einfach machen und sehen, was passiert.

Kleiner Tipp: Am besten rechnet man nicht buchhalterisch alles aus, sondern schaut am Ende des Monats, wieviel der Herr einem auf dem Konto gelassen hat bzw. wo man freie Zeit und ein innerlich erfülltes, friedvolles Leben zum eigenen Auftanken von ihm zugeteilt bekommen hat (vgl. 2.Kor.9,7+8)

 

https://www.youtube.com/watch?v=gB5v3L7UzgQ&ab_channel=Rundfunk-JugendchorWernigerode-Topic

 

Ich wünsche euch gute Erfahrungen.
Herzlichst Susanne Young

Dienstag, 15.09.2020

Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte. - 1.Mose 12,4

 

Wer kennt sie nicht – die Geschichte des Abrams, der später den Namen Abraham bekam.

Natürlich war Abrahams Familie eine „reiselustige“ Familie. Schon Abrahams Vater Terach zog weg aus Ur in Chaldäa nach Haran. Aber hier nach Hunderten von Kilometern, ne eher 1.500 Kilometern, setzt plötzlich Gottes Geschichte mit Abraham neu an. Wie hätte ich reagiert, wenn mir eine Stimme (wie es auch immer gewesen sein mag!) gesagt hätte, ich solle mich auf den Weg machen? Vielleicht geht es Euch wie mir? Ich jedenfalls hätte alle möglichen gute und vorgeschobene Gründe, um deutlich zu machen: „Ne. Das kann doch jetzt nicht Dein Ernst sein! Ich bin doch schon 1.500 Km gewandert. Jetzt nochmals 800 Km???“ Noch besser wäre für Abraham das Argument: Ich bin doch schon 75 Jahre! Wenn es unter uns einen gibt, der dies nicht als Argument zählen lässt, der soll sich bei mir melden. Ich hätte da noch so einen Platz für einen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Busch, ohne Kühlschrank – dafür mit Schlangen, ohne frische Weckle am Sonntagmorgen – dafür mit vielen „borrachudos“ (siehe Bild)…

 

Was mich verblüfft ist, wie kurz und knapp die Bibel die Reaktion Abrahams schildert. „Da zog Abram aus…“ Kein Wenn und Aber, kein Lamentieren und auch kein Vorschieben der Ehefrau „Ähm, also ganz ehrlich. Ich würde ja sofort. Aber meine Ehefrau… Die hat‘s nicht so mit dem Reisen. Die ist ihr eigenes Bett gewöhnt…“ Gar nichts! „Da zog Abram aus, wie der Herr es zu ihm gesagt hatte.“

Die Aufgaben, die Gott für uns hat, sind meistens deutlich kleiner, überschaubarer. Ich weiß nicht, welche Aufgabe Gott für jeden einzelnen von Euch hat. Das kann nur jeder für sich wissen. Vielleicht ist es der Nachbar, die Nachbarin, die wir ansprechen sollen? Oder der Menschen, dem ich etwas Gutes tun soll? Vielleicht ist es auch einfach ein kurzes, einfaches Gebet, das mir nicht über die Lippen geht: „HERR, ich will mich ganz Dir anvertrauen!“ Für jeden mag es solche, wenn auch gefühlt kleinere Aufgaben geben – und ich? Und wir? Da holen wir das letzte Argument aus der Schublade, warum jetzt ein anderer dran ist usw…

 

Ich will mir durch diese Losung einfach Mut machen lassen, dass ich heute – wie Abraham damals – mich auf Gottes Wort einlasse.

Vielleicht fragt Ihr Euch: Was will Gott heute von mir?

Frag ihn mal! Ganz einfach und spontan: „Herr, was willst Du heute von mir?“ Ich habe vor wenigen Tagen genau dies gemacht. Es war während der Vorbereitung auf eine Predigt. Da schoss mir der Gedanke durch den Kopf: „HERR, was willst Du heute von mir?“ Und ich „hörte“ in meinem Kopf: „Du solltest mit XY reden!“ „Aber NEIN. Da gibt es das riesen Problem. Ein andermal und außerdem kann der ja auch auf mich zukommen…“ Merkt Ihr, da kamen die Argumente hoch… Ich habe allen Mut zusammengenommen. Ich weiß nicht, ob der Streit durch unser Gespräch gelöst wurde – aber zumindest ist der Graben, die Schlucht nicht noch größer geworden…

Ähnliche Erfahrungen wünsche ich Euch auch: Vertraut einfach auf Gott! Er wird Euch zeigen, wo Euer ‚Kanaan‘ liegt.

 

https://www.youtube.com/watch?v=MfL-8rt6N3Y

 

Gottfried Holland

Montag, 14.09.2020

Du wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels. - Jesaja 41,16

Wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. - Römer 5,11

 

Sich Gottes rühmen … dieser Gedanke, der das Alte wie das Neue Testament durchzieht, ist im christlichen Alltag keine Selbstverständlichkeit. Rühmen ist nahezu aus unserem Sprachschatz verschwunden. Der Duden erklärt uns, dass sich „rühmen“ auf eine andere Person oder auf sich selbst beziehen kann. In Bezug auf einen anderen bedeutet es, die Vorzüge einer Person oder einer Sache nachdrücklich, überschwänglich lobend hervorheben.

Tun wir das in Bezug auf Gott? Der Psalmist tut es. Paulus tut es. Wir sollten es auch tun!

 

Grds. ist dies Teil unserer (Lobpreis)Musik in der Kirche. Doch dieses Lob ist generisch. Es ist in einem gewissen Sinn ein „Lob aus der Dose“, welches wir erst zu unserem eigenen Lob machen müssen, indem wir uns innerlich damit verbinden und mit Wille und Emotion den vorformulierten Ruhm Gottes aussprechen. Das dies nicht verwerflich ist, zeigen die Psalmen, jedoch bleibt die Herausforderung der Echtheit dieses Rühmens.

 

Ein weiterer Schlüssel in unserem Alltag kann das Zeugnisgeben vor anderen Menschen sein. Ich bin gerade mit einem Team junger Christen in Hamburg und in den nächsten Tagen stehen eine Reihe von evangelistischen Einsätzen an. Hier geht es nicht in erster Linie darum, andere Menschen von der Retterliebe Jesu zu überzeugen, sondern ihn zu bezeugen. Zwei meiner Teammitglieder wohnen bei einer albanisch-muslimischen Familie. Heute Abend waren wir bei Ihnen zu Gast und haben natürlich versucht, mit ihnen über Jesus ins Gespräch zu kommen. Gerühmt haben wir Jesus heute aber vor allem, indem wir unsere Haltung gegenüber Gott vom Tischgebet über persönliche Zeugnisse bis zum Tagesabschluss mit einer Gebetsgemeinschaft im Kreise dieser Familie zum Ausdruck gebracht haben. Wir haben Gott dafür gelobt, was er heute alles getan hat. Wir haben darum gebetet, dass Menschen durch unseren Einsatz in Hamburg gerettet werden. Wir haben davon gesprochen, warum wir nach Hamburg gekommen sind, um Jesus bekannt zu machen.

 

Herausforderung für diese Woche:

Bitte Gott um Möglichkeiten, Jesus in deinem Umfeld zu bezeugen. Wir haben jede Menge Grund, Jesus vor anderen Menschen zu rühmen.

 

https://youtu.be/OHpeoXA_pDY

 

Liebe Grüße aus Hamburg Wilhelmsburg

Mario Kunze