Daniela Hirschmüller zum Lehrtext am 30.03.2020

Lehrtext, 01. April 2020

(Jesus sprach zu den Jüngern:)  Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.    Johannes 16,22

 

Kurz bevor Jesus diese Verheißung seinen Jüngern zusagte, herrschte bei ihnen Verwirrung. Jesus hielt eine lange Abschiedsrede, aber die Jünger verstanden überhaupt nicht, was Jesus ihnen sagen wollte. Nur Jesus kennt neben der Vergangenheit und Gegenwart auch die Zukunft. Damals, am Gründonnerstag wusste ER, dass noch am selben Abend das Lebenskonzept der Jünger auseinanderbricht. Angst, Verzweiflung und Trauer wird sie erfüllen, statt Zuversicht. Erst später werden sie beschenkt mit der Auferstehungsfreude.

 

Bei Wikipedia findet man unter „Freude“ im Zusammenhang mit Christentum Folgendes: Die Bibel stellt die Freude an Gott als eine Quelle der Kraft dar … die es ermöglicht, auch in unerfreulichen Situationen sein inneres Gleichgewicht zu erhalten. … Da Gott seinem Wesen nach Liebe ist und die Freude mit der Liebe einher geht, fallen in Gott Liebe und Freude zusammen. Freude ist daher letztlich „göttlichen Ursprungs“…- Diese Beschreibung ist ein Anfang.

 

Mit großen Schritten gehen wir auf die Karwoche zu:

Neun Tage sind es bis Karfreitag - Tod, Trauer, Stille.

Elf Tage bleiben bis Ostersonntag - Auferstehung, Freude, Lobpreis.

JESUS kennt auch heute, im April 2020, unsere Zukunft. SEINE Verheißung für uns ist die Gleiche wie für SEINE Jünger: „Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

 

Das ist Gottes Plan in den Krisen unseres Lebens. Er schenkt uns Freude, die uns niemand wegnehmen kann. In einem alten Kinderlied heißt es: „Ich habe Freude in meinem Herzen jede Stunde jeden Tag… Freude, die die Welt nicht nehmen kann, Freude, die die Welt nicht geben kann.“ Es ist keine aufgesetzte Fröhlichkeit, kein Einfach-nur-wegschauen und keine „Es wird schon wieder“- Vertröstung (Auch keine Ode an die Freude). Jesus schenkt uns  eine Freude ins Herz, die in IHM und der Auferstehungsfreude ganz tief verwurzelt ist. Diese Freude (übrigens im Griechischen ganz eng verwandt mit Gnade) versorgt und stärkt unser Herz. Der Weg dahin führt ausschließlich über Karfreitag! - JESU Erlösungstat für dich und für mich!  Im letzten Vers des Kinderliedes heißt es: „Ich habe Jesus in meinem Herzen, jede Stunde jeden Tag, …Jesus, den die Welt nicht nehmen kann, Jesus, den die Welt nicht geben kann.“ Jesus kann uns niemand nehmen, SEINE Vergebung kann uns niemand nehmen, SEINE Freude kann uns niemand nehmen. Und wir dürfen Jesus eines Tages sehen!!! - Das ist kein Aprilscherz J.

 

Ich wünsche uns diese tief im Herzen verwurzelte Zuversicht und Gewissheit und eine tägliche Erneuerung unsers Herzens durch Jesus.

Eure Claudia Proß

 

Lehrtext zum 31.03.2020

„Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Eheserbrief 2,22)

 

Wir werden eingebaut, hineingebaut in den Bauplan eines andern. Eingebaut in ein Gebäude, das wir mit darstellen, das uns aber nicht gehört. Unser Leben ist nicht unseres, sondern, ein verplantes, ein vereinnahmtes, eingeplantes, eingebautes Leben. Allerdings ein besonderes Gebäude: kein Schuppen, kein Gasthaus, kein Wohnhaus, sondern ein – nein der Tempel Gottes, die Wohnstatt Gottes im Geist. 

 Das ist die Konsequenz der Versöhnung, der Versöhnung durch Christus mit Gott und der Versöhnung von Juden und Heiden in Christus. Unser Leben gehört nicht mehr uns selbst, sondern dem Tempel Gottes. Es gibt eine lange theologische Diskussion über sogenannte exklusive oder inclusive Stellvertretung. Jesus stirbt stellvertretend für uns, damit wir nicht sterben müssen für unsere Sünde. Er gibt sein Leben, damit wir das Leben erhalten. Und viele Theologen verstehen das exklusiv, also uns ausschließend. Das heißt Christus gibt sein Leben für uns und wir können weiterleben wie bisher. Er vergießt in seinem Blut sein Leben im Heiligtum, um uns zu versöhnen und zu versühnen mit Gott. Und uns tangiert das nicht wirklich. Wir bleiben außen vor. Die biblische Linie ist aber die andere, die inclusive, in der wir in das Geschehen einbezogen sind. Christus gibt sein Leben an das Heiligtum Gottes zur Versöhnung und zur Versühnung. Und das kostet uns unser Leben. Unser Leben gehört jetzt ihm, gehört ins Heiligtum Gottes. An anderer Stelle sagt es Paulus so: Christus ist darum für uns gestorben, damit wir, die wir leben, nicht mehr für uns selbst leben, sondern für ihn, der für uns gestorben und auferstanden ist. Und das ist „Nachfolge“ leben für und mit Jesus. Unser Leben gehört ihm. Unser Leben wird radikal verändert. Er nahm unseren Tod auf sich und wir leben nun sein Leben weiter, nicht unseres.

 

            Am 9. April ist der 75. Todestag von Dietrich Bonhoeffer. Er hat im ersten Kapitel seines Buches Nachfolge gerade diese Diskussion aufgegriffen und unter dem Gegensatz von Billliger Gnade und Teurer Gnade auf den Punkt gebracht.

 

        „Teure Gnade ist der verborgene Schatz im Acker, um dessentwillen der Mensch hingeht und mit Freuden alles verkauft, was er hatte; die köstliche Perle, für deren Preis der Kaufmann alle seine Güter hingibt; die Königsherrschaft Christi, um derentwillen sich der Mensch das Auge ausreißt, das ihn ärgert, der Ruf Jesu Christi, auf den hin der Jünger seine Netze verläßt und nachfolgt. Teure Gnade ist das Evangelium, das immer wieder gesucht, die Gabe, um die gebeten, die Tür, an die angeklopft werden muß. Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt; teuer ist sie, weil sie die Sünde verdammt, Gnade, weil sie den Sünder rechtfertigt. Teuer ist die Gnade vor allem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat – „ihr seid teuer erkauft“ –, und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist. Gnade ist sie vor allem darum, weil Gott sein Sohn nicht zu teuer war für unser Leben, sondern ihn für uns hingab. Teure Gnade ist Menschwerdung Gottes.“

 

        Unser Leben ist nicht mehr unser Leben. Es gehört ihm. Es wird eingebaut in das Heiligtum den Tempel, die Gemeinde. Und durch die Hingabe unseres Lebens wird unser Leben erst zum höchsten Adel geführt: Es wird zum Wohnung Gottes im Geist. Gottes Tempel ist die Gemeinde Jesu Christi, als Gemeinde Jesus Christi - so auch ein Wort Bonhoeffers - existiert Christus in der Welt.

 

Pfr. Martin Hirschmüller

 

Gedanken zum Lehrtext am 29. März 2020 von Gottfried Holland


Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis. (2. Kor. 1, 3f)

Krach hatte es gegeben. Richtigen Streit zwischen Paulus und der Gemeinde in Korinth. Gegenseitiges Vergeben ist notwendig und Paulus ist auch bereit für Vergebung (2. Kor. 2,10). Aber zu Beginn des Briefes steht nicht Vergebung, nicht der Streit wird thematisiert oder die Auseinandersetzung steht im Mittelpunkt, sondern Paulus stellt Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus selbst dorthin, wo er hingehört: ins Zentrum! Und dies drückt Paulus mit einem Wort aus, das im Griechischen nur für Gott (oder noch Jesus Christus, als dem Sohn Gottes) benützt wird: „gelobt“, „gepriesen“. Im Judentum wurde eine Abwandlung dieses Begriffs sogar für den unaussprechlichen Namen Gottes gebraucht: „der Gepriesene“. „Gelobt sei Gott“ ist also viel mehr als der Mensch, der „gelobt“ wird, weil er etwas Gutes getan hat. „Gelobt sei Gott“ – das ist preisen, anbeten … schlicht: Ihm den Platz geben, der ihm gebührt!Was dürfen wir? Gott preisen!

 

Und wofür wird er gepriesen? Er ist es, „der uns tröstet“, der uns ermutigt, der uns bestärkt! (Übrigens nebenbei: Das gleiche Griechische Wort kann auch „ermahnen“ bedeuten!) Um aber zu erfahren, warum er uns überhaupt ermutigen, trösten muss, muss nochmals weitergelesen werden: es geht um die Bedrängnis (früher wurde es mit Trübsal übersetzt). Gott ist nicht der Schönwettergott, der sich dann zeigt, wenn das Wetter so herrlich ist, wie in den beiden letzten Tagen. Nein, gerade dann „läuft er zur Höchstform“ auf, wenn es mir gar nicht gut geht:
•    wenn ich Sorge vor dem Heute oder dem Morgen habe.
•    wenn die Angst mir die Luft zum Atmen nimmt.
•    wenn ich mich frage, wie mein Leben weiterverläuft.
Aber auch
•    wenn ich mich mit den Alltagssorgen herumplage…
Gerade auch dann, ist Gott, der Vater Jesu Christi bei mir. Gerade deshalb sind wir Christen nicht besser, aber besser dran: Wir haben jemanden, der uns Mut macht in Zeiten der Sorge! (In der Spitze natürlich in Zeiten der Sorge in der eigenen Schuld!)
Noch eines: Warum tröstet uns Gott? Auch damit wir den Trost weitergeben können! Dieser Satz fehlt in der Auswahl der Lehrtextes, gehört aber mit zum Vers 4: „…der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können…“
So gehen wir als Getröstete getrost in diese Welt, um zu trösten! Auch in Zeiten von Corona!

www.youtube.com/watch

Pfr. Gottfried Holland

 

 

 

Gedanken zur Losung vom 28.3.:
Hat Gott Gefallen oder Freude an Dir? Freut Gott sich, wenn er an Dich denkt? Ist das überhaupt möglich, dass Gott sich an uns Menschen erfreut? Wenn ja, warum? Was muss ich tun damit Gott sich über mich freut?
Im heutigen Losungstext finden wir antworten auf diese Fragen.
„Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.“ Psalm 147,11
Dieser Vers aus Psalm 147 zeigt uns, dass es in der Tat Menschen gibt, an denen Gott Gefallen hat, über die Gott sich freut. Und das sind die Menschen, „die ihn fürchten“ und „die auf seine Güte hoffen“.

Eine Person aus der Bibel, die mir da in den Sinn kommt, ist Abraham. Über Abraham wird in 1. Mose 22,12 von dem Engel des Herrn gesagt, „nun weiß ich, dass du Gott fürchtest.“ Das war als Abraham kurz davor war seinen einzigen Sohn Isaak (auf Befehl Gottes hin) zu opfern. Abraham war bereit, das, was ihm am wertvollsten war, aufzugeben, um Gott gehorsam zu sein. Für Abraham war es das wichtigste, Gottes Willen zu tun.
Aber wie konnte Abraham so etwas tun? Wie war es Abraham möglich, bereit zu sein, seinen einzigen Sohn, den verheißenen Erben, zu opfern, und das alles ohne Widerrede? Ich würde sagen, weil er auf die Güte des Herrn gehofft hat, oder (wie die Neue Genfer Übersetzung den Vers aus Psalm 147 übersetzt), weil er voller Zuversicht darauf gewartet hat, dass Gott seine Güte zeigt. Abraham hat Gott voll und ganz vertraut. Er hat darauf vertraut, dass Gott die Sache im Griff hat und eine Lösung für das Problem parat hat (wie wir in Hebräer 11 lesen können). Abraham hat sich nicht auf seinen eigenen Verstand und seine eigenen Fähigkeiten verlassen (und auch nicht auf die anderer) sondern alleine auf Gott.
Und wie ist das bei uns, gerade in Zeiten von Corona? Warten wir voller Zuversicht darauf, dass Gott seine Güte zeigt? Vertrauen wir darauf, dass Gott alles im Griff hat, auch wenn vielleicht vieles nicht danach aussieht? Verlassen wir uns auf Gottes Verstand und Fähigkeiten, oder vielleicht doch eher auf Ärzte, Beatmungsgeräte und zukünftige Impfstoffe?
Und wie ist das mit der Wichtigkeit Gottes? Ist uns Gott wichtiger als das wertvollste in unserem Leben? Was ist, wenn wir an Corona erkranken und auf der Intensivstation liegen (und am Ende vielleicht sogar unser Leben verlieren), oder wenn wir wegen Corona unseren Job verlieren, lieben wir Gott dann immer noch?
In Vers 1 von 1. Mose 22 heißt es, dass Gott Abraham auf die Probe stellt (mit dem Befehlt seinen Sohn Isaak zu opfern). Vielleicht stellt Gott ja gerade uns auf die Probe. Hat Gott auch in der Corona Krise noch Freude an uns? Dafür bete ich!

Jugendreferent Christoph Zaiser

 

Tageslosung, 27.03.2020:


Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.  Jeremia 17,9-10

Wenn ich in der Bibel vom menschlichen Herzen lese (übrigens über 400x), denke ich unweigerlich an das Märchen „Das kalte Herz“ vom schwäbischen Dichter Wilhelm Hauff.

Für Reichtum und Ansehen tauschen Menschen ihr Herz gegen einen kalten Stein ein. Meine beiden Töchter mögen diese Geschichte überhaupt nicht: zu brutal, zu ungerecht, zu Viele die unter der Kaltblütigkeit Einzelner leiden. So das Märchen.
Ist nicht unsere Welt ähnlich? Unsere Gesellschaft? Unser Württemberg? Unser Münchingen? Wir selber???

Was sieht Gott, wenn er in unsere Herzen schaut? In mein Herz?

Der Prophet Jeremia schreibt: Das Herz ist trotzig und verzagt. Andere Bibelübersetzungen beschreiben das Herz (meine Gefühle, mein Denken, meine Persönlichkeit) in diesem Vers mit: trügerisch, schwierig, unheilbar krank, bösartig, abgründig, unverbesserlich, hinterhältig.
Das klingt ziemlich hart. Jeremia hatte die schwierige Aufgabe, genau solche Dinge beim Volk Israel sehr deutlich anzusprechen. Viel zu viele und viel zu lang haben die/wir Menschen Gott links liegen lassen, damals wie heute. Und wir mögen es überhaupt nicht, wenn jemand seine Finger in unsere Wunden legt.
Gut zu wissen, dass Gott selber uns „auf Herz und Nieren“ prüft. Und dahinter stecken keine Anklage, kein Vorwurf und keine Drohung. Es soll uns auch nicht beängstigen. Es ist SEIN Hilfsangebot für uns. Denn Gott bietet uns gleichzeitig an, unser Herz zu heilen. (genauso wichtig wie jede Krankheit!)
Es lohnt sich, im heutigen Losungstext auch die Verse davor und danach zu lesen. Wir haben einen gnädigen Gott!!!
Gott will unser Herz heilen, unser Münchingen, unser Württemberg, unsere Gesellschaft, unsere Welt:
www.die-bibel.de/bibelstelle/Ezechiel%2036,26-27/
Das Einzige was wir tun müssen ist, uns IHM anvertrauen und ehrlich zu sein vor IHM.
Im heutigen Neutestamentlichen Text (1. Johannes 3, 19-20) lesen wir: Gott ist größer als unser Herz. Lasst uns Christen genau diesen Gott und Jesus in unserem Umfeld verkündigen und jeden Tag in uns selber wirken. Gott ist groß!!!  
www.youtube.com/watch

Eure Claudia Proß

Tageslosung 26.03.2020

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.
Psalm 38,19
Ist das wirklich so? Das frage ich an dieser Stelle mal ganz frech! Wann habe ich den das letzte Mal meine Schuld bekannt und mich wegen meiner Verfehlungen / Sünden geschämt? Ich möchte einfach mal behaupten: Das interessiert doch heute die wenigsten! Warum sollte ich offenlegen, was ich falsch gemacht habe, umkehren und neu anfangen? Zwei Gedanken kommen mir bei diesem Vers aus dem Psalm.

Der erste Gedanke ist die Geschichte vom „Verlorenen Sohn“ (Lk 15). Der Junge, der zu seinem Vater geht und sagt: “Gib mir mein Erbe!“ und dann zieht er in die Welt und lebt auf großem Fuß, bis er nichts mehr hat! Am Ende geht er wieder nach Hause, weil er so nicht überleben kann! Er schämt sich, aber erinnert sich, dass er im Haus seines Vaters wenigstens als Knecht arbeiten könnte! Aber als der Vater ihn von weitem sieht, freut er sich, dass sein Sohn umgekehrt ist; er läuft los, um seinen Sohn in den Arm zu nehmen!
Das zweite ist das Thema Buße: Buße bedeutet nicht in erster Linie „aufhören zu sündigen“ und dann eine Aufgabe als Sündenvergebung zu bekommen. Es geht nicht darum 10x das "Vater Unser" aufzusagen oder was auch immer! Buße heißt nach meinem Verständnis in erster Linie: Wieder auf Gott schauen und wieder zu Gott zurückkehren! Ihn wieder an erster Stelle im Leben zu setzen! Zu merken, ich habe was falsch gemacht, ich bin Sünder!
Die Geschichte vom Verlorenen Sohn ist meiner Ansicht nach eine der besten Geschichte in der Bibel, um Buße zu verstehen! Der Sohn kommt zurück nach Hause – das ist Buße! Umzukehren zum Vater. Das ist eine Art zu leben und nicht einfach nur eine Tat! Es ist mein immer wiederkehrendes Suchen nach Gott. Und dann merke ich in seiner Gegenwart, dass bei mir längst nicht alles richtig ist. Daher gebe ich mich, wie der Sohn, ganz in die Hände des Vaters.
Und lese in 1. Joh 1,9 „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“
Ich möchte Ihnen Mut machen, sich heute mal einen Augenblick Zeit zu nehmen und einfach vor Gott zu bringen, was Sie von ihm trennt. Es mag vielleicht im ersten Augenblick beschämend sein, aber Sie werden feststellen: die liebevolle Umarmung des Vaters wiegt das alles auf!
Gebet:
„Vater du kennst mich, du kennst meine Angst und meine Nöte. Du weißt auch was mich in der letzten Zeit mehr von dir weg als zu dir gezogen hat! Bitte nimm das von mir und lass mich dir ganz vertrauen, ich will dich in meinem Leben suchen. Hilf mir Herr! Amen“

Missionar Mario Müller

 

 

25.03.2020

Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts! (Jes. 29,16)

In diesen Tagen ein Gerichtswort? Nicht lieber ein Trostwort? Oder einen Zuspruch, eine Hoffnung? Das haben die Herrnhuter Losungen so an sich. Sie fragen nicht nach dem, was mir heute behagt, sondern vor vielen Monaten per Los gezogen sprechen sie manchmal rau in meinen Alltag. Wie darauf reagieren? Ein paar persönliche Gedanken…

Da steht Jesaja vor dem Töpfer und schaut ihm zu. Der Töpfer nimmt den Lehmklumpen, knetet ihn und legt ihn auf die Töpferscheibe. Unter seinen geschickten Händen entsteht eine Vase. Plötzlich aber greift er durch und macht aus der Vase erneut einen Klumpen, fängt neu an zu töpfern. Vielleicht hatte er etwas entdeckt - war die Wand an einer Stelle zu dünn geworden? Oder hat er mit seinen fachmännischen Augen einen anderen Fehler entdeckt, der dem Zuschauer verborgen geblieben ist?Stellen wir uns vor, die zum Klumpen gewordene Vase würde anfangen zu protestieren: „Hey, was soll das! Ich habe mich schon auf meinen Einsatzbereich gefreut! Und jetzt – alles auf Null?“ Nein! Jesaja, der Zuschauer vertraut – auch wenn er nicht alles begreift – dem Töpfer. Er lässt ihn machen – und ich bin überzeugt, dass Gott etwas Perfektes aus diesem Ton machen wird.Und ich? Verdrehe auch ich Ton und Töpfer? Meine ich auch, das ich, Ton in Gottes Hand, alles besser weiß? Ich ertappe mich immer wieder: „Jesus, dass hätte jetzt auch anders laufen können. Es wäre Dir doch ein kleines, den Weltlauf zu ändern – Corona, aber auch andere Krankheiten, Prüfungen, Einstellungsgespräche oder Gesprächsverläufe mit Nachbarn, Freunden, Verwandten und, und, und…“Vielleicht werde ich Gottes Handeln irgendwann einmal verstehen. Vielleicht ist es mir gegönnt, noch zu Lebzeiten zu begreifen: „Ah, deshalb ist Gottes Weg mit mir damals so gewesen!“ Vielleicht aber auch nicht. Mag sein, dass ich oder Du mit einer (oder vielen!) ungelösten Fragen einmal sterben werde. Aber ich weiß sicher – und Du hoffentlich auch, dass Gott zu uns, zu dem der glaubt, sagt: „Ich habe dich je und je geliebt. Darum habe ich Dich zu mir gezogen! Du bist mein!“ (Jer. 31,3)Gebet:„Wenn Du mich liebst, dann kann ich, lieber Jesus Christus, Deiner Kraft vertrauen, mich Deiner Weisheit hingeben und Deinem Weg folgen! Auch wenn ich ihn nicht verstehe – Du weißt den Weg. Und meine Sorgen sind bei Dir gut aufgehoben! Amen!“

https://www.youtube.com/watch?v=qhMjqDhT26k
oder für ruhigere Gemüter:
www.youtube.com/watch HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.

 Pfr. Gottfried Holland

 

24.03.20

 

(Psalm 145,17)

 Refrain mit Zumutung!

Dreimal wiederholt David diesen Vers in Ps 145 als Refrain und jedes Mal empfinde ich es als noch größere Zumutung, nicht nur angesichts der derzeitigen Katastrophe. Dass Gott gerecht und gnädig ist bei allem was er tut – das kann ich gerade überhaupt nicht erkennen. Völlig willkürlich schlägt das Virus zu. Völlig willkürlich infiziert sich der eine, der andere nicht, erkranken manche Infiziert, andere nicht, erwischt es manche Länder brutal andere überhaupt nicht. Bestraft werden nicht die „Schuldigen“, wenn man die überhaupt ausmachen kann. Nein – leiden müssen die Unschuldigen wie immer am meisten.

 Ich muss gestehen ich verstehe auch nicht wie David das so singen kann. Er muss es doch aus eigener Erfahrung wissen, dass es im Leben immer anders geht. Er wurde doch auch unschuldig verfolgt und jahrelang gejagt von seinem Vorgänger auf dem Thron, Saul. Er hat doch auch geheult beim Tod seines Freundes Jonathan und seines Sohnes Absalom. Gott hat ja auch zugelassen, dass er selbst den treuen Soldaten Uria umbringen ließ um seinen Ehebruch mit Batseba zu verheimlichen. Und im Vergleich mit Saul, der wegen einer Kleinigkeit von Gott verstoßen wurde, kam er selbst fast ungestraft davon mit seinem Mord und Ehebruch.

Wie kann er dann so ein Lied singen?

Beim mehrmaligen Lesen finde ich kleine Hinweise. Da ist zunächst das Wort „alle“. Das hebräische Wort das dahinter steht meint nicht alle im Sinn von jeder einzelne, sondern die Gesamtheit. Wenn Paulus z.B. schreibt „Ganz Israel wird gerettet“ dann meint er nicht jeden einzelnen Israeliten, sondern das Volk Israel als Ganzes.

Dann gibt es eine kleine Einschränkung des „alle“ in V. 20: „Der Herr behütet alle, die ihn lieben.“ Macht das den Unterschied? Ob wir Gott lieben? Aber auch die, die Jesus lieben, müssen oft leiden, sterben zum Teil auch an Hunger und Entbehrung.

Der dritte Hinweis liegt für mich im Lehrtext für heute: Paulus betet für uns, dass wir „erfüllt werden mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.“ (Kolosserbrief 1,9)

Ein Pastor, Hans-Peter Mummsen schreibt dazu: „Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, wie ich meine, dass wir Gottes Wege nicht verstehen können. Wir müssen sie aber auch nicht verstehen, sondern nur dem vertrauen, was er uns von sich offenbart. Das mag einigen vielleicht zu simpel erscheinen, doch der ständige Versuch, Gott in die Karten schauen zu wollen, führt am Ende nur zu einem geistlichen Kollaps. Deshalb halte ich im Vertrauen daran fest, dass Gott gerecht ist. Und im Vertrauen gehe ich davon aus, dass er meine Gebete um Christi willen erhört. Gerade in schweren Zeiten ist es wichtig, Gott nicht analysieren zu wollen, sondern ihm zu vertrauen.“

Auch das eine Zumutung, aber eine fruchtbare.

Pfr. Martin Hirschmüller

 

21.03.2020

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.
3.Mose 26,6
Wenn wir in der Bibel das Wort Friede lesen, dann schwingt dabei immer das hebräische Wort Schalom mit. Das meint nicht nur Frieden in unserem Verständnis, sondern geht viel tiefer und umfasst Friede, Heil, Seligkeit. Wie kann das gehen in einer von Krieg und Terror geprägten Welt, angesichts einer existenzgefährdenden Seuche, angesichts von Unsicherheit Ratlosigkeit und Angst. Angst um sich selbst und um die Freunde und Angehörigen. Mir ist da ein Text von Dietrich Bonhoeffer eingefallen. Erschreibt ein Gedicht, ein Gebet, das Mose spricht bevor er sterben muss. Aber er schreibt es auch als sein persönliches Abschiedsgebet, das diesen Schalom Gottes erlebt, angesichts des Todes im Bangen um sein Volk, dessen Untergang unausweichlich scheint.
 Er findet hier Frieden mit Gott, dem richtenden und barmherzigen, und mit seinem Lebensschicksal, seiner Berufung und seinem Scheitern.
 

Auf dem Gipfel des Gebirges (Der Tod des Mose)
Auf dem Gipfel des Gebirges steht Mose, der Mann Gottes und Prophet.
Seine Augen schauen unverwandt in das heilige gelobte Land.
„So erfüllst DU, Herr, was DU versprochen,
niemals hast DU mir Dein Wort gebrochen.
Deine Gnade rettet und erlöst,
und Dein Zürnen züchtigt und verstößt.
Treuer Herr, dein ungetreuer Knecht,
weiß es wohl: DU bist allzeit gerecht.
So vollstrecke heute Deine Strafe,
nimm' mich hin zum langen Todesschlafe.
Von des heiligen Landes voller Traube
trinkt allein der unversehrte Glaube.
Reich dem Zweifler drum den bittern Trank,
und der Glaube sagt Dir Lob und Dank.
Wunderbar hast DU an mir gehandelt,
Bitterkeit in Süße mir verwandelt,
lässt mich durch den Todesschleier sehn,
dies mein Volk zu höchster Feier gehn.
Sinkend, Gott, in Deine Ewigkeiten,
seh' mein Volk ich in die Freiheit schreiten.
Der die Sünde straft und gern vergibt,
Gott, ich habe dieses Volk geliebt.
Dass ich seine Schmach und Lasten trug
und sein Heil geschaut – das ist genug.
Halte, fasse mich! Mir sinkt der Stab,
treuer Gott, bereite mir mein Grab.“


Dazu passt dann auch der Lehrtext, der dem Losungsort zugeordnet wurde.
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
Philipper 4,7

Pfr. Martin Hirschmüller

 

 18.03.2020

 „Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.“ (1. Petrusbrief 2,3)

Wie schmeckts?
Das wird bei uns zuhause manchmal gefragt, wenn beim Essen  nicht gleich höchste Begeisterung ausgedrückt wird. Die Antworten reichen dann von „Super“ über „interessant“ bis „dr Honger treibts nonter“. Eine gute Antwort für liebende Ehemänner wäre: „Es schmeckt nach Liebe“.
Die Kombination von Losung und Lehrtext für heute legt noch eine andere Antwort nahe: „Es schmeckt nach Gottes Freundlichkeit.“ Schmecken wir das noch, wenn wir 2-5 mal täglich etwas essen und trinken? Gottes Freundlichkeit? Seine Freundlichkeit, dass wir überhaupt zu essen haben? Dass wir uns Essen auf jedem Niveau leisten können? Bei älteren Menschen versagt manchmal schleichend der Geschmacksinn. Auch bei Corona-Infektion kommt es oft vor, dass man den Geschmack verliert, die Gewürze nicht mehr schmeckt, die Aromen, den Eigengeschmack dessen was man isst. Ich glaube, dass es eine menschliche Gefahr ist, dass wir in unserem täglichen Essen nichts mehr von der Freundlichkeit Gottes schmecken. Vielleicht gibt es deshalb nur noch selten ein Tischgebet in den Häusern. Oder ist es umgekehrt? Dass das Tischgebet uns aufmerksam macht auf das Aroma der Liebe Gottes die durch unseren Magen geht? Es soll auch Geschmacksverirrungen geben. Dass wir durch den Genuss billiger und wertloser Nahrungs(ergänzungs)mittel den guten Geschmack verlieren? Dass wir nicht mehr die Freundlichkeit Gottes schmecken, sondern es viel mehr nach Gottes Zorn oder Wut schmeckt? Oder nach Unachtsamkeit des Chefkochs beim Umgang mit Gewürzen? Oder dass alles eigentlich ununterscheidbar nach Ketchup schmeckt, das wir über unser Essen gießen?
Für Petrus geht es neben dem realen Essen (Psalm 34,9; 1. Kor 10,3) um die geistliche Nahrung, das was uns als Christ am Leben hält. Auch da die Frage, ob wir beim Bibellesen noch die Freundlichkeit Gottes schmecken, das Wunder der Offenbarung, dass Gott selbst redet? Oder doch nur Langeweile? Oder den Geschmack, den wir dem Essen durch Übergießen durch den Ketchup der Kritik, der Gleichgültigkeit, des Ungehorsams geben? Ich möchte, wenn ich heute esse mal den Fernseher ausschalten und die Zeitung weglegen und mich konzentrieren, ob ich Gottes Freundlichkeit schmecken kann – auch in der Bibel.

 Pfr. Martin Hirschmüller

19.03.2020

Aber der HERR gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde. (2. Kg 13,23)

Ein Kapitel aus der Geschichte Gottes mit Israel mit Stoff zum Nachdenken für Tage. Der Losungsvers von heute markiert eine Zäsur weit über den historischen Zusammenhang hinaus. Zuvor wird von Generationen israelitischer Könige erzählt, über deren Leben und Wirken immer wieder lapidar der Kommtar wiederholt wird: Sie taten was dem Herrn missfiel, sprich Religionsvermischung: Jahwe-Verehrung neben andern Kulten und Religionen wie die Fruchtbarkeitskulte für Baal und Aschera. Dazwischen immer wieder Bündnispolitik gegen Gottes erklärte Absichten, Kleinglaube, Bruderkrieg gegen Juda, Korruption, Ausbeutung, ja Mord an Konkurrenten. Gelegentlich gab es kurzfristige Wenden zum Besseren und kleinere Versuche die größten Missstände abzuschaffen, ohne durchschlagenden Erfolg. Es konnte Gott nicht gefallen. Deshalb ermächtigt er immer wieder Feinde Israels in dieser Zeit hauptsächlich die Syrer bzw. Aramäer, die Israel heimsuchen mit den üblichen Folgen des Krieges, Tod, Hunger, Seuchen, Zerstörung. Aber keiner der erwähnten Könige wandte sich deshalb an Gott, wegen Vergebung, Hilfe oder Orientierung. Und dann relativ unvermittelt: „Der Herr wandte sich Israel wieder zu…“ Auch wenn Israel sich ständig abwendet von Gott, er wendet sich Israel zu. Nein „er wollte sie nicht verderben“, was das Naheliegendste gewesen wäre, „und verwarf sie nicht von seinem Angesicht“. Warum das denn? Wegen dem Bund, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte. Das ist das große Wunder das immer wieder in Israels Geschichte vorkommt: Israel bricht den Bund mit Gott, den Vertrag vom Sinai mit den 10 Geboten als Grundgesetz, aber Gott hält sich dennoch dran. Er bleibt treu! Der Bearbeiter der Losungen fügt Römer 11,29 bei und legt es auf Israel aus. Man kann es auch mit dem Neuen Bund verbinden, den Jesus am Kreuz mit seinem Blut besiegelt und zu dem wir im Abendmahl eingeladen sind: „das Blut des neuen Bundes“. Und deshalb wendet sich Gott nicht von uns ab. Wegen dem Bund den Gott mit Jesus geschlossen hat: Dein Leben für mich, ihr Leben für dich! Und deshalb rottet Gott auch die ganze gottlose Menschheit nicht aus, sondern lädt sie ein in seinen Bund mit Jesus. Deshalb zielen auch die apokalyptischen Katastrophen der Endzeit nicht auf die Zerstörung der Menschheit, sondern auf den Ruf zu Gott umzukehren. Gott sei Dank!

Pfr. Martin Hirschmüller

 

17.03.2020

„…übe dich selbst aber in der Frömmigkeit! 8 Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.“ (1. Tim 4,7b-8)

Übung macht den Meister
Vieles gute, ja vielleicht alles Gute im Leben muss man lernen, trainieren, üben. Am besten regelmäßig einüben und ausüben. Das gilt auch für die „Frömmigkeit“.
„Fromm“ ist etwas, das so ist wie es sein soll. Das fromme Pferd, das den Reiter ncht abwirft, der fromme Knecht, der seinen Dienst gut macht, der fromme Gott, der wirklich ds ist, was er zu sein behauptet, nämlich Gott. Dann ist es nützlich und frommt anderen und uns. Luther wählte dieses Wort als Wiedergabe für die Furcht Gottes in der Bibel. Der Mensch ist fromm, wenn er so ist wie er sein soll: gottesfürchtig in der inneren Haltung (Luther: „Wir sollen Gott fürchten und lieben…“) aber auch in seinem täglichen Handeln. Und das kommt nicht von allein. Das muss man üben und trainieren.
Zum Beispiel Corona: Ich muss aufpassen, dass ich die Menschen, die deshalb in Angst oder gar Panik verfallen nicht lächerlich mache und innerlich verachte, oder Corona zur Geißel Gottes umdeute, mit der er es endlich den gottlosen Menschen zeigt. Ich muss trainieren, dass ich an Corona Gottesfurcht lerne, das mit zum richtigen Verhalten führt. Respekt und Anerkennung für den Gott, der nur ein klitzekleines Virus braucht um uns Menschen zu zeigen wie ohnmächtig und winzig wir sind, aber auch die Liebe zu dem Gott, der versprochen hat, dass er die Menschheit nicht noch einmal ausrotten will wie zu Noahs Zeiten (1.Mo 8,21.22). Aber eben nicht nur die innere Gottesfurcht, sondern die Frömmigkeit, das entsprechende Verhalten. Nämlich den Menschen Mut und Hoffnung machen. Ihnen zu helfen dem Gott der Liebe zu trauen, sich ihm anzuvertrauen, seine Hilfe zu suchen.
Die katholische Kirche hat heue verkündet, dass Ostern dieses Jahr ausfällt (zumindest die lokalen Gottesdienste). Aber die Auferstehung durch Jesus und mit Jesus fällt nicht aus. Deshalb hat Frömmigkeit die „Verheißung dieses und des künftigen Lebens.“ Man liest gerade viel über Letalität des Virus, also davon wieviel Prozent der Erkrankten daran sterben. Und da sind es „nur“ zwischen 3-5%. Da gibt es schlimmere Krankheiten. Das könnte einem Mut machen, Hoffnung geben. Doch liegt die Sterblichkeit immer noch bei 100%. Nüchterne Frömmigkeit weiß von der Macht des Todes, aber auch von der Über-Macht von Jesus.
Als wir bei LIO einmal eine Redakteurin für unsere Kinderzeitschrift Tropinka suchten, habe ich die Bewerberinnen gefragt, was sie denn den Kindern durch diese Zeitschrift vermitteln wollen. Dass die Kinder die Liebe Gottes kennen lernen, war eine Antwort, die ich vermutlich auch gegeben hätte. Eine Bewerberin meinte: Dass die Kinder die Größe und Heiligkeit Gottes erkennen und bestaunen. Vielleicht gibt es deshalb wenig Respekt vor Gott in unserer Gesellschaft, weil wir selbst das zu wenig trainieren und vergessen es den Kindern beizubringen.

Pfr. Martin Hirschmüller