Predigt 10.04.2020 (Karfreitag) - Pfr. Gottfried Holland

Versöhnung ist möglich!

 

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! - (2. Kor. 5,19-20)

 

Liebe Freunde, liebe Gemeinde,

es gab mal eine Zeit, da war der Karfreitagsgottesdienst in der Evangelischen Kirche der meist besuchteste Gottesdienst nach dem Heiligen Abend. Vorhin begrüßte mich unsere Mesnerin Siegi Neumann mit den Worten: „Und heute ist Zählsonntag!“ Ich weiß nun nicht, ob Sie wissen, was ein Zählsonntag ist? Unsere Kirche hat verschiedene Sonn- und Feiertage festgelegt, an denen die Mesnerin verpflichtet ist zu zählen, wie viele Menschen am Gottesdienst teilnehmen. Und der Karfreitag ist so ein Feiertag. Nun, heute sieht es schlecht aus: unsere Mitarbeiter von der Technik, Brunhilde Krell als Lektorin und unsere Musikerinnen, Siegi, Du und ich… Und Sie natürlich an der Liveübertragung. Aber ganz ehrlich: Der Besuch des Gottesdienstes an Karfreitag geht zurück. Warum? Wollen die Mitmenschen nicht mehr auf den Tod, den Jesu Christi, aber auch den eigenen, hingewiesen werden? Denn es ist wirklich so, wie es Frau Krell bei der Begrüßung sagte: Es ist der dunkelste Tag der Weltgeschichte. Und trotzdem glaube ich: Die Menschen haben keine Idee mehr was Karfreitag ist. Gestern hörte ich von einer Frau, evangelisch – nein, nicht ausgetreten – die meinte zur Nachbarin: „Diese Woche ist doch Fronleichnam, oder?“ Ich glaube, dass dieses Unwissen sehr tief verankert ist und seinen Grund hat: An Karfreitag wird der Spalt, der Riss, die Trennung zwischen dem heiligen Gott und dem unheiligen Menschen aufgehoben. Und der moderne Mensch in unseren Breitengraden will von dieser Trennung nichts mehr wissen. Der moderne Mensch fragt nicht zuerst: „Ist Versöhnung möglich?“ Für ihn ist eine andere Frage wichtiger: „Ist Versöhnung (überhaupt) nötig?“ Und er beantwortet sie gleich: „Nein! Ich muss mit keinem Gott versöhnt werden!“

Deshalb zuerst die Frage: Ist Versöhnung nötig?

Der Mensch ist von Gott geschaffen – als Gegenüber. Gott will mit uns Menschen Verbindung haben. Der Mensch aber reagiert mit offener oder gelebter Ablehnung: Ich bin selber groß! Ich brauche Gott nicht!

Und die Praxis scheint auch zu zeigen, dass dies stimmt. Meine Nachbarin lebt ganz gut ohne Gott und Jesus. Ihr fehlt nichts. Es ist ja bezeichnend, dass wir heute sagen, dass der moderne Mensch vergessen hat, dass er Gott vergessen hat.

Aber trotz allem Anschein habe ich eine andere Überzeugung: Der Mensch braucht Gott, denn Gott schenkt ihm und erhält ihm seinen Lebensodem.

Lassen Sie mich dies in einem Bild erklären.

Sie sehen diese Taucherglocke. Oben ist der Rumpf des Schiffes zu sehen. Dort sitzt der Kapitän, der Anweisungen gibt. Er ist der Chef. Dann gehen zur Glocke eine Kette und ein Schlauch herunter. Dort durch den Schlauch wird Sauerstoff zugeleitet.

Der Kapitän ist Gott und er ist es, der uns Menschen den Lebensodem, das ist viel mehr als der Atem, schenkt. Er gibt die eigentliche Lebenskraft, die uns zufließt. Der Mensch aber in seiner Lebensglocke, der meint, diesen Kapitän dort oben nicht zu brauchen. Ihn stört, dass da oben jemand sitzen könnte, der sein Leben lenken könnte. Er denkt sich: „Ich will meine Ruhe!“ und schneidet den Schlauch durch und kappt die Kette nach oben.

Zuerst merkt der Mensch nichts Negatives. (Ja, für die ganz genauen: Es gibt sicher ein Rückschlagventil und die Luft in der Glocke entweicht nicht durch den zerschnittenen Schlauch.) Nichts Negatives. Im Gegenteil. Endlich ist es ruhig. Kein Ton dringt von oben runter und endlich kann der Mensch tun und lassen, was ihm gefällt, was er für richtig hält. Wie (angeblich) wohltunend erleben Menschen diese Stille.

Aber irgendwann entsteht doch ein Problem. Beim einen früher, beim andern später. Vielleicht erst auf dem Strebebett, dann wenn man den letzten Atemzug gemacht hat – spätestens dann geht einem die Luft, der Lebensodem aus. Dann merkt man: Die Versöhnung ist nötig! Im Bild: Die Verbindung ist nötig!

 

II. Versöhnung ist möglich!

Bleiben wir im Bild: Dem Kapitän dort oben im Schiff ist seine Mannschaft, auch der einzelne nicht egal. Er schickt einen Taucher runter. Er weiß, die Tiefe ist tödlich, aber er will seine Mannschaft dort unten retten. Der Taucher (Jesus Christus) macht sich auf den Weg und verbindet die Enden des Luftschlauchs wieder und auch die Kette. Nun gibt es wieder Lebensodem: Lebenskraft! Endlich ist wieder Verbindung mit dem „Mutterschiff“ hergestellt. Endlich ist Verbindung mit Gott hergestellt: Versöhnung!

Diese Versöhnung zwischen Gott und Mensch ist notwendig, aber sie ist auch möglich.

Heute an Karfreitag gedenken wir an den Tod Jesu, die Rettungsaktion Jesu für diese Welt. Er will Versöhnung schaffen – und er hat Versöhnung geschaffen.

Jeder von uns kann an dieser Versöhnung teilhaben. Lassen Sie Jesus Christus einfach an ihre Lebensglocke herantreten, lassen Sie ihn die Verbindung wieder herstellen und lassen Sie ihn in Ihr Leben hinein!

Denn genau dafür ist Jesus gestorben und auferstanden.

 

Aber noch etwas Drittes:

III. Versöhnung ist Auftrag!

„So sind wir nun Botschafter an Christi statt … so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ schreibt Paulus, sagt Gottes Wort.

Wer Jesus Christus als Versöhner erlebt hat, der bekommt den Auftrag: WEITERSAGEN!

Vielleicht fragen Sie: „Kann ich dies überhaupt? Ich kann keine Kinderstunde oder Jungschar halten und von Jesus erzählen. Ich kann nicht im Chor singen oder im Posaunenchor spielen – die wollen mich vielleicht gar nicht! Ich bin nicht geeignet Andachten zu schreiben oder von Jesus im Gottesdienst zu erzählen.“ Vielleicht denken Sie genau so. „Wie kann ich Botschafter Christi sein?“

Ich meine, dass dies jeder Mensch kann!

Es gibt in unserer Gemeinde eine offene WhatsApp-Gruppe. Jeder kann sich dort eintragen lassen. Da gibt es in diesen Tagen eine Anregung – und die ist nicht weniger, als Botschafter Christi zu werden! Es wird vorgeschlagen, dass man mit Straßenkreide einen Satz auf den Gehweg schreibt: Der Herr ist auferstanden! – Oder vielleicht auch Christus ist auferstanden! (Dann gibt es keine Missverständnisse).

Oder wer nicht auf die Straße gehen will: Es gibt Plakate in unserer Gemeinde. Die können Sie im Pfarramt bestellen oder abholen. Über die Homepage können Sie sie ausdrucken lassen. Dort heißt es: „Ich weiß, dass Jesus lebt!“ Dieses Plakat können Sie aufhängen oder aufhängen lassen! Jeder kann dies tun und so zum Botschafter Christi werden!

Ich habe einen Traum. Ich fahre in den nächsten Tagen durch Münchingen und an verschiedenen Stellen und überall begegnet mir diese Botschaft: An Fenstern und Autos, an Zäunen und Garagentoren, auf Straßen und auf Gehwegen! Es wäre doch mal Zeit für die beste Botschaft der Welt.

 

Was ist heute? Fronleichnam? Knapp daneben ist auch vorbei! Es ist Karfreitag. Der Tag an dem wir uns erinnern, dass Jesus Christus für mich starb und damit Versöhnung möglich machte.

Amen

 

Predigt 05.04.20 - Mario Müller

 

Predigt: Joh 9,1-7+35-38

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Liebe Gemeinde,

der Predigttext, den ich ihnen heute mitgebracht habe, passt so gar nicht zum Palmsonntag. Wir feiern eigentlich den Einzug Jesus in Jerusalem. Das haben viele freudig erwartet und gefeiert und andere haben den Kopf geschüttelt und gefragt: Wie kann man nur?

Jesus als König, als Herrn zuerkennen, ihm zu vertrauen, dass war damals wie heute eine Herausforderung.

Ich möchte uns heute vor die Frage stellen:

  • Glaube ich, dass Jesus der Herr ist?
  • Glaube ich seinem Wort?
  • Tue ich sein Wort?
  • Folge ich ihm nach?

Ich lese uns: Joh 9,1-7 + 35-38Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.

Naja, wenn ich so drüber nachdenke, bei uns läuft es meist anders. Wir können von Anfang an sehen, dann kommen nach und nach Sehstörungen hinzu. Das ist etwas, was mir im um Umgang mit Kindern auffällt: Sie sehen sehr viel mehr als wir Erwachsenen. Manchmal bin ich versucht zu sagen: "Erwachsenwerden" bedeutet, nicht mehr so genau hinzugucken. Routine im unguten Sinne, die Meinung, alles schon zu wissen/zu kennen, Abzustumpfen, Betriebsblindheit.

 Jesus sagt in Markus 8,18: "Augen habt ihr und seht nicht."

Denn was man sieht, ist weniger eine Frage der Augen, als vielmehr eine Frage des Herzens.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut", sagt Antoine de Saint Exupéry. "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Aber mal ehrlich, das Problem ist für die meisten von uns nicht die Blindheit der Augen, sondern die Blindheit des Herzens. Deshalb sieht Gott das Herz an und nicht den Menschen. Wir sind blind geworden für die Schönheit dieser Welt und des Lebens. Blind für unser eigenes Leben. Unsere Gefühle. Unsere inneren Nöte. Blind für den anderen Menschen neben uns: Seine Not, seine Schönheit, seine Besonderheit, seinen Mangel an Klopapier. Und wir sind Blind für Gott.

Der zweite Vers macht nun sehr schön deutlich, was wir aus unserer Blindheit machen.

            Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?

So eigenartig sich diese Frage im ersten Moment auch anhört,  sie ist dennoch nachvollziehbar. 
Wir versuchen alles in unserer Welt zu erklären, wir brauchen das um unsere Welt zu verstehen, 
es hilft uns Leid zu ertragen. Leid an sich ist schon schlimm, aber noch schlimmer ist es, wenn es uns sinnlos erscheint. Darum fragen wir immer wieder nach dem "Warum“. Wenn wir auf diese Frage eine Antwort finden, dann wird das „Leiden“ zwar nicht weniger, aber es nimmt ihm die Sinnlosigkeit. Dadurch bleibt unsere kleine Welt in gewisser Weise berechenbar.

Das ist heute nicht anders als damals. Kennen Sie die fragen die Menschen stellen, in Krisen oder Unglück?

Oft hört man: 
            „Was haben wir getan?“ 
            „Was haben wir getan, das wir Tod, Unglück, Angst, Isolation, ja sogar das Corona Virus erleben müssen?“
            „Was haben wir getan, dass Gott uns so schwer straft?“
In unzähligen Variationen gibt es diese Frage. 
Dahinter versteckt sich der tiefe Wunsch zu sagen: "Wenn ich schon leiden muss, dann gib mir wenigstens einen Sinn!" 

Und viel zu oft wird die Frage nach dem Sinn, 
nach dem "Warum" gnadenlosen gefüllt. 
            "Die sind doch selbst schuld wenn sie arbeitslos sind, 
            wer arbeitslos ist, ist wahrscheinlich zu faul." 
            "Wer psychisch krank ist, hat sich das selbst zuzuschreiben." 
            "Armut kommt von‚ arm an Mut'." usw. 

Ich habe leider schon viel zu oft solche zynischen antworten gehört und leider auch viel zu oft mit einem Christlichen Denkmantel. Der geht dann so: 
            „Wir müssen beten und herausfinden, 
            wo in deinem Leben verborgene Sünde steckt, 
            die du noch nicht bekannt hast." 
            - 
            "Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, 
            dass er blind geboren ist?"

Jesus macht etwas ganz fantastisches, mit seiner Antwort.

            Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt 
            noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.

Die Frage der Jünger: 
            "Was ist da eigentlich passiert?" 
            "Wieso ist er so, wie er ist?" 
            "Was hat er falsch gemacht?" 
            "Was haben seine Eltern falsch gemacht?"

Jesus sagt: "Er hat nichts und seine Eltern haben nichts falsch gemacht."

Was natürlich nicht stimmt, wenn man es auf die Goldwaage legt. Alle Eltern haben etwas falsch gemacht. Auch wenn Jesus sagt: 
            "Er hat nicht gesündigt." 
Dann stimmt das so nicht. 
Alle haben gesündigt, aber was Jesus sagt ist: 
"Hört auf, ständig in der Schuldfrage herumzuwühlen. 
Lasst euch nicht auf eure Vergangenheit festlegen 
und legt andere nicht auf ihre Vergangenheit fest. 
Guckt nicht so sehr zurück. 
Schaut nach vorne.“

"Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, 
sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm."

Jesus dreht damit die bei uns übliche Blickrichtung um. 
Er ersetzt die Frage "Warum?" durch die Frage: "Wozu?"
Das sieht jetzt nicht aus wie ein besonders großer Schritt, 
aber er ist entscheidend. 
Die Frage "Warum" fragt immer nach der Vergangenheit: 
            Warum gerade ich, 
            was habe ich getan, dass das ausgerechnet mir passiert, 
            was hätte ich vielleicht anders tun sollen... 
Die Frage "Warum?" fragt nach dem, 
was sich nicht mehr ändern lässt.

Die Frage "Wozu?" hingegen richtet sich an die Zukunft, also an etwas, worauf wir sehr wohl noch Einfluss nehmen können. Die Frage "Wozu?" muss nicht in endloses Grübel enden, sondern kann uns neue Horizonte eröffnen. Perspektiven für die Zukunft. Ein scheinbar kleiner Perspektivwechsel, aber er eröffnet uns eine ganz neue Sicht der Dinge.

Oft kann ich nichts an der Situation verändern, aber ich kann mich entscheiden, woran oder an wen ich mich orientiere.

Wer die Frage stellt: "Warum? Wer hat gesündigt?" Bekommt heillose, gnadenlose Antworten.

Wer die Frage stellt: "Wozu? Was hat Gott damit vor?" Bekommt Hoffnung, und eine neue Perspektive.

Jesus schaut den Blinden, sein Leiden, seine Blindheit und all die Menschen drum herum an und stellt dann fest:

            "Dieser Mensch ist zu etwas da.", 
            "An ihm sollen die Werke Gottes offenbar werden."

An dieser Stelle wird es echt schwer. Stellen Sie sich die Jünger vor: In ihrer Gedanken Welt, ist der Blinde von Gott gestraft. Was Jesus jetzt sagt, das ist etwas, was sie nicht auf die Reihe kriegen. Dass Gott seine Geschichte strickt mit Blinden, mit Leidenden, mit Armen, mit Bettlern, mit Sündern, mit Menschen die noch nicht an ihn glauben, meinen Nachbarn, den Kindern in der Jungschar, den Konfirmanden deren Eltern, und jeden der ihnen noch einfällt, von dem Sie es sich nicht vorstellen können,das Gott mit diesem Menschen etwas großartiges vor hat.

Die Jünger - und wenn wir das Kapitel weiter lesen würden, würden wir sehen: die Pharisäer, die Eltern des Blinden - sie alle sind der Meinung, dass Gott für die Sehenden da ist, für die religiös und politisch Korrekten, für die Anständigen. 

Ja, ich bin mir sicher, der Blinde hat es selber geglaubt: 
            "Gott ist für mich nicht da! Ich wurde von ihm bestraft!" 
Und gerade diesen Mann nimmt Jesus und adelt ihn und sagt: 
            „An ihm soll das größte, wahr werden, 
            was überhaupt ein Mensch erleben kann: 
            An ihm sollen Gottes Werke offenbar werden.“

Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 
Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden.

Jesus sagt hier etwas worüber man wirklich mal nachdenken sollte:          "Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt."

Ja und? Ist es jetzt dunkel???

Ja! Ein Blick zurück in die Kirchengeschichte zeigt, wie dunkel es geworden ist und wie viel Pharisärismus (Du musst alles richtig machen, sonst kannst du nicht zu Gott kommen!),  sich in unserem Leben durchgesetzt hat. Und ganz ehrlich, ich glaube es wird noch dunkler werden.

Vielleicht fragen Sie sich, warum Jesus diesen ekelhaften Brei, aus Speichel und Erde anfertigt? Zum einen war das damals gar nicht so unüblich. Das war der aktuellste Stand der medizinischen Erkenntnis. Aber das ist nicht der Punkt. Jesus tut hier sehr bewusst etwas, um die Pharisäer zu provozieren. Die Herstellung eines Breies am Sabbat, ganz egal welcher Art, war verboten.

Und Jesus, der so viele Menschen allein durch die Kraft seines Wortes geheilt hat, macht ausgerechnet am Sabbat diesen Brei, lässt sich bewusst beim Brechen eines Gebotes, eines Formbruches über die Schulter gucken und provoziert damit die religiös-moralische Elite, 
also die Glaubens Profis seiner Zeit.

Er bricht bewusst die Regeln um den Menschen deutlich zu machen, ihr klammert euch an Formen, 
die Menschen sind nicht für die Regeln gemacht, sondern die Regeln für die Menschen. Gott kann auch da wirken, wo ihr euch denkt, das geht so nicht.

Die Bibel sagt: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott.

Und er Jesus, sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah - das heißt übersetzt: gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Haben sie sich mal überlegt, was passiert wäre, wenn Jesus dem Blindgeborenen die Augen mit Brei beschmiert und ihn zum Teich Siloah geschickt hätte - und der Kranke wäre nicht gegangen?

Die Antwort lautet: Es wäre nichts passiert. Der Kranke hätte verschlammte Augen gehabt. Und wahrscheinlich hätte er sich ziemlich darüber aufgeregt, dass Jesus auch nichts taugt.

Gott handelt in aller Regel nicht so an uns, dass wir einfach nur dasitzen und er kommt irgendwie über uns und alles wird dann gut.

Sondern wenn Gott an uns und durch uns handelt, dann schließt das oft auch ein Handeln unsererseits mit ein.

Heilung und Heil werden wir oft nicht erfahren, wenn wir auf unserem Hintern sitzen bleiben und sagen, man sollte, müsste, könnte aber mal…

Heilung und Heil haben etwas mit „Gehorsam“ zu tun! Wir müssen tun, was Jesus uns sagt.

"Ach ja", sagen Sie, "jetzt kommt doch das Übliche: Halte die Gebote und so." Läuft das alles doch wieder auf eine Moralpredigt heraus? Nein! Denn Jesus gebietet dem Kranken etwas total Unkonventionelles. Er sagt: "Geh zum Teich Siloah!" 
            Warum ist das Unkonventionell?
Dieser Teich war in keinster Weise für seine Heilkräfte bekannt. „Betesta“ ja, aber nicht „Siloah“! 
Das war ein einfaches Wasserloch.Nichts besonderes!
Jetzt könnte man dazu noch fragen:
            „Warum Jesus den Blinden nicht sofort heilt, 
            sondern ausgerechnet nach Siloah schickt?"

            Würde es nicht reichen er spräche nur ein Wort 
            und der Mann wäre wieder gesund? 

            Steht das nicht in seiner Macht? 

Doch, natürlich, aber dadurch dass dieser Mensch geht, stellt er sich in die Abhängigkeit Gottes.

Der Mann ist als er auf dem Weg ist noch Blind, selbst als er am Teich ankommt kann er noch nichts sehen, als er die Hände ins Wasser taucht konnte er immer noch nichts sehen. Erst als das Wasser seine Augen reinigt geschieht das, woran er geglaubt hat.

Ich hatte eingangs gesagt, dass es bei uns genau umgekehrt ist, als bei dem Blindgeborenen. Wir sind sehend geboren und im Lauf der Zeit, sind mehr und mehr Sehstörungen dazugekommen.

Wir feiern heute den Palm Sonntag. An diesem Tag gab es Menschen die sahen und verstanden, Jesus, der König kommt und legten ihm zweige und Mäntel hin, dass er mit seinem Maultier darüber ging. Andere regten sich über das verhalten auf und fragen? Wie kann man nur?

Damit wir wieder klar und deutlich sehen können, glaube ich, müssen wir es zulassen, dass auch mal Dinge geschehen, wo wir sagen: Na so habe ich mir das aber nicht vorgestellt! Wir müssen es zu lassen,  dass Jesus durch Menschen etwas in unserem Leben verändert, von denen wir es am wenigsten erwarten.

Wir müssen zulassen, dass er uns den Dreck aus Staub und Speichel, in die Augen schmiert
und wir müssen in aller Ungewissheit, was das werden soll, ihm Vertrauen, uns auf den Weg machen, mutig den Weg gehen, um uns dann die Augen zu waschen, damit wir verstehen, Wozu und nicht Warum das gut ist, was grade hier passiert. 

Tun Sie das was der Blinde in unserer Geschichte tat:

"Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder."

Gehen Sie hin,Vertrauen Sie Jesus, auch wenn sie es nicht verstehen, schenken Sie ihm einen Vertrauens-Vorschuss, tun Sie das, was er gesagt hat, reinigen Sie ihre Augen und dann kehren Sie sehend zu Jesus zurück und folgen ihm nach.

Amen

 

 

Predigt 29.03.20 - Pfr. M. Hirschmüller (Münchingen)

Recht bei Trost?!

 

Ist es das was wir jetzt brauchen? Ein wenig "Heile, heile, Segen". Ein Trostpflaster: "Es wird alles wieder gut!" "Wir können das stemmen" "Wenn wir jetzt alle zusammenhalten".

Das ist zu wenig, zu billig, hilft nicht. Also lieber gar keine Trost? Doch, aber richtigen Trost. So wie einen seine Mutter tröstet. So wie Gott tröstet.

 Und wie tröstet eine Mutter: durch aktive Zuwendung, durch Umarmung, durch Geborgenheit. Es ist medizinisch erwiesen, dass solcher Trost tatsächlich schmerzstillende und heilende Wirkung hat. Auch Gottes Trost.

Geborgenheit weckt die Immunabwehr des Körpers.

Wenn Gott uns tröstet dann fließen heilende Ströme in uns für Leib und Seele, Selbstheilungskräfte werden aktiviert, Kraft fließt von ihm zu uns. Gottes Trost stärkt unsere seelischen Immunkräfte und schenkt Widerstandskraft für die Seele oder auch Resilienz genannt.

„ … wie einen eine Mutter tröstet“: Können Väter das nicht? Vielleicht, weil wir als Jungs vom Trost der Mutter überwältigt, überschüttet, vielleicht sogar erdrückt wurden? Nach der Art: Taschentuch, Spucke drauf, um dann eine Wunde zu säubern oder gar den Mund abzuwischen.

Es war nicht immer nur schön, aber gut, dass wir eine Mutter hatten, die uns liebt.

 Ich glaube aber wirklich: Beim Trösten sind die Mütter gefragt, nicht so sehr die Väter. Trösten kann eine Mutter um Längen besser als wir Väter und das ist biologisch bedingt.

Trost und Erbarmen sind Übersetzungen eines hebräischen Begriffs, der eigentlich "Mutterschoß" bedeutet.   Das bedeutet Erbarmen, Trost ist die bedingungslose Lieber, die eine werdende Mutter schon für das Kind in ihrem Leibe empfindet. Die Mutter hat das Kind noch nicht gesehen, sie weiß nicht, ob Junge oder Mädchen, ob klug oder dumm, sie liebt es einfach, weil es da ist. Und diese Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Sie sorgt für das Kind, schenkt dem Kind sein Leben, riskiert Gesundheit und Leben um dieses Kind gesund zur Welt zu bringen.

So wird gerade die Mutterliebe zum Bild für die Barmherzigkeit und den Trost Gottes, der uns liebt, einfach weil wir da sind, einfach weil wir seine Geschöpfe sind. Und diese Barmherzigkeit ist ebenso nicht nur ein Gefühl, sondern rettet, schützt, hilft, heilt.

So ist Gottes Trost auch. Paulus nennt Gott den "Gott allen Trostes", weil er rettet und heilt und hilft wie keine anderer.

Das deutsche Wort Trost hat dieselbe sprachliche Wurzel wie Trotz, Trutz und das englische trust (Vertrauen) Wer Gottes Trost hat, der trotzt allen Gefahren, bekommt Widerstandskraft gegen Schmerzen, Anfechtungen, Angriffen, Angst.... Wen Gott tröstet der kann ihm Vertrauen, gerade auch in Situationen wo die Wunde nicht gleich verheilt, der Schmerz nicht gleiche nachlässt und der Kampf nicht gleich gewonnen wird.

So bestätigt es auch Paulus: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist der barmherzige Vater, der Gott, von dem aller Trost kommt! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens angefeindet werden. Wir ermutigen sie, wie Gott uns ermutigt hat.“ (2. Korintherbrief 1,3-5)

 

Pfr. Martin Hirschmüller

 

 

Predigt für den 29.03.2020 - Kerstin Kimmel (Kallenberg)

Herr,  wir bitten dich: Gib uns ein Herz für dein Wort und ein Wort für unser Herz. Und lass uns nicht nur Worte hören, sondern Dein Wort.

 

Hören wir den Predigttext für den heutigen Sonntag aus Hebräer 13 - die Verse 12 bis 14:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir Hinterher kein. Amen.

 

 

Liebe Gemeinde,

wie eine Treppe mit vielen Stufen stellen sich die Sonntage seit dem 1. Sonntag in der Passionszeit dar. Seitdem stehen wir Sonntag für Sonntag auf der Treppe, die uns durch die Passionszeit zur Karwoche führt, in der wir den Leidens- und Todesweg Jesu mitgehen.

Heute sind wir auf der letzten Treppenstufe angelangt. Am nächsten Sonntag feiern wir Palmsonntag, den Tag, der uns das Tor zur Leidensgeschichte Jesu öffnet.

Die Predigttexte dieser »Treppen-Sonntage« haben uns in den letzten Wochen erinnert an das »Geschehen ohnegleichen«.

 

Auch der heutige Sonntagstext zeigt uns einen Aspekt, der uns das Leiden und Sterben Jesu und seine Bedeutung für uns Menschen nahe bringen und erschließen will: Seinen Sühnetod für die Schuld der Menschheit, die uns von Gott trennt.

 

Gerade weil die Bedeutung des Sterbens Jesu als Sühne für die Menschenschuld in den letzten Jahren in unserer Kirche von manchen bestritten wird, ist es nötig, auf das zu hören, was der unbekannte Verfasser des Hebräer-Briefes seiner im Glauben müde gewordenen und zur Resignation neigenden Gemeinde sagt.

Hier hören wir, wie er sie ermutigt, auf ihrem Weg des Glaubens zu bleiben und in ihrem Kampf des Glaubens nicht nachzulassen.

Er tut das nicht mit lauten Parolen und schneidigen Appellen, er weist nur hin auf das, was Jesus für uns ist.

Wenn er nun durch seine ruhigen Worte auch unsere Blicke auf Jesu Weg und Werk lenkt, dann könnte auch bei uns neue Zuversicht einkehren. Dann könnten wir auch Mut gewinnen für unseren Weg mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Welche Hinweise gibt uns unser Text für diesen Weg?

 

1. Auf Jesu Werk bauen

»Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.«

 

In diesem Satz, liebe Gemeinde, ist die ganze Passionsgeschichte zusammengefasst, die uns in den vier Evangelien des Neuen Testaments bis in alle Details erzählt wird. Ein einziger Satz genügt dem Schreiber des Hebräerbriefs. Mehr braucht es nicht. »Draußen vor dem Tor« – stellen Sie sich vor einen Zug von Menschen durch das Stadttor von Jerusalem hinausziehen zum Richtplatz, zum Galgen, zum Hügel Golgatha.

 

Jesus ist mitten unter ihnen. Er durfte ja nicht innerhalb der Stadtmauern hingerichtet werden. Draußen war sein Platz, dort, wohin man sonst die Verbrecher hinausgeführt hat. Dort hat Jesus sein irdisches Ende gefunden. Tiefer geht es nicht. Hier hat sich der einzige Schuldlose geopfert für die Schuld der Menschheit, für unsere Schuld, »damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut«.

 

Für uns alle hat er Sühne geleistet und hat vor Gott uns Menschen gerecht gemacht, uns mit Gott versöhnt. Alle sind wir eingeladen, diese Versöhnungstat, die Jesus am Kreuz für alle vollbracht hat, im Glauben und Vertrauen für uns persönlich anzunehmen. Da spielt es keine Rolle, ob wir aus der Nähe oder aus der Ferne kommen, aus christlichen Traditionen oder neu zum Glauben gekommen.

 

Jesu Tod am Kreuz gilt für uns alle, sein stellvertretendes Opfer macht uns frei von Schuld. Sein Heilandswerk am Kreuz ist das Zeichen der Versöhnung, das über dieser Welt aufgerichtet ist - für uns. Darum: Auf Jesu Werk bauen.

 

2. Dem Weg Jesu trauen

»So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.«

 

»Hinausgehen aus dem Lager« – das meint den Aufbruch, der immer mit dem Glauben verbunden ist. Aufbrechen aus dem Üblichen und Gewohnten, Schritte tun, an die man früher nicht gedacht hat, immer ist der Glaube an Jesus mit Aufbrüchen verbunden, die aus dem »Schema dieser Welt« herausführen, wie Paulus in Römer 12 schreibt.

Heraus aus den mancherlei Gepflogenheiten und Gefangenschaften, die in dieser Welt gelten. Aufbrechen – das meint den Mut zum Anderssein, zum Schwimmen gegen den Strom. Es ist genau das, was Paulus den Römern schreibt: »Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes« (Römer 12, 2).

 

Schon im Alten Testament können wir solche Aufbrüche beobachten. Abraham wird herausgerufen aus seinem Vaterland und seiner Verwandtschaft in ein Land, das er noch nicht sieht. Israel bricht auf aus Ägypten und verlässt die Fleischtöpfe, die Vorteile und Vorzüge dieses Landes und zieht auf Gottes Geheiß in ein Land, das Gott allein kennt.

Von Abraham und Israel wölbt sich ein weiter Bogen bis in das Neue Testament und bis in unsere Gegenwart hinein. Denn Christsein heißt aufbrechen, heißt unterwegs sein als das »wandernde Gottesvolk«, von dem der Hebräerbrief spricht.

 

Es heißt, sich einreihen in die Schar derer, die mit Jesus hinauszieht aus der Stadt, es heißt, »die Schmach Christi tragen«, Nachteile in Kauf nehmen, verspottet, nicht ganz ernst genommen zu werden im Extremfall sogar verfolgt werden, so wie es heute in manchen Teilen der Erde den Christen geschieht.

 

»Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt« – Wir sind in unserer westlichen Welt heute eine satte, leidensscheue und wenig flexible Christenheit geworden, in der man nicht mehr viel merkt von einem Geist des Aufbruchs.

 

Etabliert sind wir, sesshaft, angepasst an die Welt, die uns umgibt, verschanzt hinter Mauern unserer Kirchen und Gemeindehäuser – und deshalb fallen wir kaum noch auf unter den gesellschaftlichen Gruppen unserer Zeit, deshalb fehlt uns weithin die Ausstrahlung.

 

Aber vielleicht ändert sich das Gerade - wir werden gerade herausgerissen aus unserer Welt der Sicherheit....

 

»Lasst uns nun mit ihm hinausgehen aus dem Lager.« Auch wenn das momentan natürlich nicht wortwörtlich gemeint ist.

 

Wir bleiben momentan daheim, aber es hindert uns nichts  - digital oder am Telefon- gerade in der nun gegenwärtigen Situation uns zu IHM zu bekennen.

 

Und damit auch Trost zu spenden. Ich spüre dass viele diesen Trost brauchen. Und wir dürfen gewiss sein: »Er geht diesen Weg mit uns. Wir sind nicht allein, - Ihm können wir trauen.

 

3. Nach Gottes Stadt schauen

»Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.«

 

Noch einmal: Christen sind Menschen, die unterwegs sind. Ihr letztes Ziel liegt nicht in dieser Welt. Es ist Gottes Stadt, sein ewiges Reich. Wir haben hier keine bleibende Stadt. diese Erfahrung müssen wir alle machen. Wir sind nur Gast auf Erden.

 

Wanderer auf der Durchreise. Wie gut, wenn wir auch in die Fortsetzung einstimmen können. Aber die zukünftige suchen wir.

 

Wir müssen nicht überall hin. Und her suchen, ruhelos und ja nicht festgelegt, weil man vielleicht doch noch etwas versäumen oder etwas besseres gewinnen könnt. Wir haben ein Ziel und ein Zuhause. Es gibt ein schönes Abendgebet von Gerhard Tersteegen:

 

Ein Tag, der sagt’s dem andern

mein Leben sei ein Wandern

zur großen Ewigkeit.

O Ewigkeit, so schöne,

mein Herz an dich gewöhne,

mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

 

Dass feste Rituale dem Menschen Geborgenheit geben, darüber hat Anselm Grün ein wichtiges Buch geschrieben. Nur wer ein Ziel vor Augen hat, kann das Leben bestehen und diese Welt aushalten. Und nur wer immer wieder einen Aufbruch wagt, ist in Wahrheit unterwegs, kommt schließlich ans Ziel. Auf Jesu Werk bauen, dem Weg Jesu trauen, nach Gottes Stadt schauen – das wollte uns der Schreiber des Hebräerbriefs heute lehren.

 

Vor ein paar Tagen habe ich etwas von Pfarrer Jochen Hägele gelesen:

Hier ein Auszug: Im Normalfall haben wir kaum Zeit, uns auf uns zu besinnen - uns mit dem Wesentlichen zu beschäftigen... Jetzt haben wir manchmal mehr Zeit als uns lieb ist... Gönnen Sie sich am Morgen einen zuversichtlichen Start in den Tag ein Bibelwort zur Ermutigung Jesus sagt: Kommt her zu mir alle, die ihr voll Mühsal und unter Lasten lebt. Ich gebe euch neue Kraft.

 

Herr mein Gott, trage uns alle durch die Krise. Ich will darauf trauen, dass du einen guten Weg hast, auch wenn ich ihn nicht erkennen kann. Dein Wille geschehe. Ich entscheide mich gegen Angst und Sorge und öffne mich für die Hoffnung des Glaubens. Wir sind auf unserem Weg nicht allein. Der auferstandene Gekreuzigte ist bei uns mit seiner Verheißung: »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende«     

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der öffne unsere Herzen und stärke unsere Liebe in Jesu Christi.    

 

Amen.

 

Prädikantin Kerstin Kimmel